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Monats-Archive: Oktober 2012

„Bunt kickt gut“ war ein voller Erfolg

Schon am ersten Trainingstag Mitte Juli hatten sich um die 50 Interessenten bis 27 Jahre, darunter auch zwölf Kinder zwischen 6 und 13 Jahren, zum Schnuppertraining in der Kurt-Rödel-Halle eingefunden, wie Sprach- und Migrationsmittler Besong Agbor vom Verein „AufAndHalt“, der seit einigen Wochen eine Beratungsstelle für Migranten und Flüchtlinge in der Greizer Thomasstraße betreibt, berichten kann. Agbor hatte sich für ein Sportprojekt für die jungen Männer in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises und für Jugendliche stark gemacht. „Bunt kickt gut“ soll sportlichen Ausgleich auf dem Fußballplatz bieten und Integrationsmöglichkeiten eröffnen. Als Trainer wird er selbst das Vorhaben auf dem Fußballplatz bzw. in der Halle begleiten.

Um die 40 bis 45 Flüchtlinge und Aussiedler treffen sich mit ihren Freunden zwei Mal in der Woche zum Fußball, denn ihr erstes Derby steht unmittelbar bevor. Am Donnerstag, dem 25. Oktober tritt „Bunt kickt gut“ gegen die Auswahl der Greizer Polizeiinspektion in der Ulf-Merbold-Halle an. Beide Teams haben sich gut vorbereitet, wie die Initiatoren versichern. Besong Agbor, der die internationale Elf ins Leben gerufen hat, wird von seinen Co-Trainern Kadirov vom FC Thüringen Weida und Krehmann aus Teichwolframsdorf unterstützt. Auch zwei junge Mitarbeiter des Greizer Umweltamtes mischen in der bunten Mannschaft mit, freut sich Agbor.

Auch die Polizeiauswahl ist fit für die Freundschafts-Begegnung. „Wir schicken enthusiastische Fußballspieler in der Ulf-Merbold-Halle aufs Feld“, kündigt Michael Vetterlein, der stellvertretende PI-Chef, an, „und freuen uns auf ein schönes, faires Spiel.“

Mit einem kleinen Vorprogramm unterhält der interkulturelle Verein aus Gera die Zuschauer und Akteure am Donnerstag ab 13 Uhr. Dafür wird auch eine vietnamische Gesangs- und Musikgruppe erwartet. Außerdem bietet der Veranstalter Getränke und Kuchen an. Wer kann, wird um einen kleinen Unkostenbeitrag zur Weiterführung des Projekts gebeten. Um 14 Uhr wird es den Anstoß für dieses Spiel für Völkerverständigung und Aufeinander-Zugehen geben. Gespielt wird in Mannschaftsstärken 1:5 über 2 Mal 20 Minuten.
(Quelle OTZ Lokalausgabe Greiz)

Bunt kickt gut

Am 25. Oktober 2012 findet ein Freundschaftsspiel in der Ulf-Merbold-Sporthalle in Greiz statt.

Es treten an: Eine Auswahl der Polizeriinspektion gegen eine Auswahl der Migrations- und Integrationsgemeinschaft e.V.

Anstoß ist 14:00 Uhr.

Ausstellung „Angsträume“ im Clubzentrum Comma eröffnet

Angsträume ist die Ausstellung überschrieben, zu deren Eröffnung gestern ins Clubzentrum Comma eingeladen wurde. Veranstaltet vom seit Ende 2004 in Gera tätigem Netzwerk Aufandhalt präsentiert ezra, die mobile Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt Schautafeln und ein Rahmenprogramm zum Thema.

Gera ist nach Suhl die vierte Station der Ausstellung, die für die Alltäglichkeit rechter Gewalt sensibilisieren will. „Dabei ist das Thema auch mitten in Gera präsent. Jährlich wenden sich rund zehn Betroffene an unseren Verein, die mit einem Gewalterlebnis allein nicht zurecht kommen und Hilfe suchen“, sagt Christel Wagner-Schurwanz , die sich in dem Verein engagiert und erste Beratungen anbietet.

In der Ausstellung soll anhand 15 konkreter Fälle – unter anderem aus Gera – rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt in fast allen Regionen Thüringens deutlich gemacht werden, dass es beinahe in jeder Stadt Opfer derartiger Gewalt gibt. „Sie alle erleben die Angriffe als Einschnitte in ihr vertrautes Leben. Es entstehen subjektiv wahrgenommene Angsträume, die ihr ganzes Leben beeinträchtigen können“, weiß Christina Büttner, Projektmitarbeiterin bei ezra. Aber auch inmitten unserer Gesellschaft gibt es Orte, die für die Betroffenen zu Angsträumen werden: „In Gera sind das zum Beispiel die zentrale Umsteigestelle Heinrichstraße, der Bahnhofsvorplatz oder die Fußgängerbrücke Lusan“, sagt Wagner-Schurwanz, also keine dunklen Ecken, sondern Plätze, an denen teilweise am Tage Betroffene rechter Gewalt ausgesetzt sind. Ansprechen möchte man vor allem Menschen, die solche Situationen noch nicht erleben mussten. „Wir wollen zum Nachdenken anregen“, sagt Christina Büttner. Eingeladen hat man Regelschulen, Gymnasien und Berufsschulen, sich mit der Thematik intensiver zu beschäftigen.

Die Wanderausstellung ist noch bis zum 21. Oktober im Clubzentrum Comma zu besichtigen. Sie wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms des Lokalen Aktionsplanes Gera „Toleranz fördern – Kompetenzen stärken“.
(Quelle OTZ, 03.10.2012)