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Presse

Begegnungsstätte am Tag der offenen Tür mit Leben erfüllt

Mit einem Tag der offenen Tür wurde gestern die Begegnungsstätte in der Siebenhitze eröffnet. Die Organisatoren freuen sich über die vielen Besucher und die große Hilfsbereitschaft der Greizer.

Greiz. Ein wahrer Trubel herrschte in der Begegnungsstätte in der Siebenhitze, als sie am Freitag mit einem Tag der offenen Tür offiziell eröffnet wurde. In jedem Raum tummelten sich die Menschen, spielten am Tischkicker oder tauschten im Gespräch Erfahrungen aus. Was die Organisatoren vom Verein Aufandhalt am meisten freute: Neben vielen Flüchtlingen war auch eine große Anzahl an Greizer Einwohnern gekommen, die sich die Räumlichkeiten ansehen oder erste Kontakte knüpfen wollten. Begrüßt werden konnten auch Vertreter anderer Vereine und Initiativen, zum Beispiel Vielfalt Leben, Esra, Mobit oder Akzeptanz. Unterstützung gab es vom Café Ok vom Diakonieverein Carolinenfeld.

Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz, sagte Willi Brüßel-Mautner vom Verein Aufandhalt sichtlich erfreut. Auch auf den OTZ-Artikel hin hätten sich viele Menschen beim Verein gemeldet, gefragt, wo und wie sie helfen können. Zudem seien schon viele Spenden abgegeben worden.

[Quelle OTZ]

Diskussion in Greiz: Stadt soll kein Ort für Nazis sein

In den kommunalen Parlamenten der Demokratie sitzen auch Vertreter rechter Parteien. Wie man mit deren rassistischen Einstellungen zu Flüchtlingen umgeht, wurde in Greiz diskutiert.

Greiz hat in der Vergangenheit einige Angriffe und Provokationen rechtsextremer Gruppen erlebt. Erinnert sei an den Brandanschlag auf das Asylbewerberheim vor zehn Jahren, an den Überfall auf das Park- und Schlossfest 2011 und einen NPD-Aufmarsch im letzten Jahr. „Die rechte Szene im Landkreis organisiert sich. Seit März gibt es einen NPD-Kreisverband Greiz und seit den Kommunalwahlen sitzen zwei NPD-Vertreter im Greizer Stadtrat sowie im Kreistag“, informierte Felix Steiner vom Verein Mobile Beratung in Thüringen. Für Demokratie – Gegen Rechtsextremismus (Mobit).

Um über den Umgang mit Rechten zu diskutieren, hatten sich Kommunalpolitiker und Interessierte – darunter auch zahlreiche Greizer Jugendliche und Gäste aus Gera – bei der Veranstaltung „Kein Ort für Nazis“ mit dem Verein Aufandhalt, Mobit und dem Flüchtlingsrat zusammengefunden. Aktueller Anlass des Treffens war der von der NPD über Facebook verbreitete Aufruf zur Demonstration am 12. Dezember vor dem Rathaus auf dem Weihnachtsmarkt. Die Runde einigte sich auf verschiedene Protestformen gegen diese NPD-Demo, sofern sie genehmigt würde. Anwesenden Stadt- und Kreisräten rieten Mobit und Madeleine Henfling, Mitglied des Landtages für Bündnis 90/Die Grünen und Vertreterin des Flüchtlingsrates, zur sichtbaren Abgrenzung von NPD-Vertretern in den Parlamenten. Gerade jetzt, wo sich die Flüchtlingssituation im Landkreis weiter verschärfe, müsse man mit den Bürgern über das Thema sprechen und Möglichkeiten für Kontakte zwischen ihnen und den Asylsuchenden schaffen. Begegnungen mit Flüchtlingen seien jedenfalls immer „besser, als schlecht vorbereitete Einwohnerversammlungen“, sprach sie aus in ganz Thüringen bei solchen Versammlungen gemachten Erfahrungen.

Die Bürger hätten ein Recht auf Information. Stadt- und Gemeinderäte sowie Kreistagsmitglieder müssten sich allerdings klar gegen Rechts positionieren, anstatt rassistische Meinungen zu ignorieren, die die NPD-Mitglieder gerade jetzt weiter verbreiten. Henfling forderte, Regelstrukturen zu öffnen, das heißt, Flüchtlinge in Begegnungsstätten, Sportanlagen und städtischen Einrichtungen willkommen zu heißen, um Greizer Einwohner und Asylsuchende miteinander in Kontakt zu bringen. „Doch auch die Verwaltung muss da mitspielen“, sagte sie.

[Quelle: OTZ, 05.12.2014]

Lautstark Abschaffung der Gutscheine gefordert: 50 Demonstranten in Greiz

Die Kälte, die die knapp 50 Demonstranten gestern auf dem Markt empfing, gleiche der, die Flüchtlinge von Seiten des Landkreises Greiz zu spüren bekämen. Deshalb hatten das Migrantenintegrationsnetzwerk Aufandhalt und die Partei Die Linke zur Demo für eine „menschenwürdige Integrationspolitik“ aufgerufen.

Neben regional bekannten Gesichtern aus der linken sowie Gewerkschaftsszene beteiligten sich etwa 25 Asylbewerber und damit etwa ein Drittel der in Greiz lebenden. Lautstark skandierten sie „Weg, weg, die Gutscheine müssen weg“ und meinten damit die Einkaufscoupons. Der Demo-erfahrene Peter Lückmann er leitet die Montagsdemos in Gera nannte sie „ekelhafte Gutscheine, die Flüchtlingen ein menschwürdiges Dasein absprechen“ würden. Gefordert wird stattdessen die Zahlung von Bargeld an die Asylbewerber, zudem eine bessere Behandlung bei der medizinischen Versorgung. „Wir sind nicht hier, um zu betteln. Wir suchen Schutz“, versuchte Redner Hassan Siami von Refugio e. V. auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam zu machen. Besonders im Landkreis Greiz werde denen das Leben zusätzlich schwer gemacht.

Deshalb haben die Teilnehmer der laut Polizei ruhig verlaufenen Demonstration vor dem Landratsamt eine Kundgebung abgehalten. Sie richteten sich damit an Landrätin Martina Schweinsburg (CDU), der der Flüchtlingsrat für ihren „besonders restriktiven und diskriminierenden Umgang mit Flüchtlingen im Landkreis Greiz“ den „Preis für die größtmögliche Gemeinheit“ verliehen hat. Schon damals hatte Schweinsburg betont, dass Flüchtlinge im Landkreis das bekommen, „was ihnen nach Recht und Gesetz zusteht nicht mehr und nicht weniger“. Der gestrige Appell blieb jedoch ungehört. Da die Landrätin in einer Dienstberatung gewesen sei und deshalb „die Demo nicht wahrgenommen“ habe, wollte sie sich auch nicht dazu äußern, ließ sie auf Nachfrage wissen.

Die in Greiz lebenden Asylbewerber indes wollen es nicht bei einer Demo belassen, planen weitere Aktionen, hieß es.
(Quelle: OTZ Greiz, 11.12.2012)